Was haben Eier, Erdn├╝sse und Milch gemeinsam? Sie alle geh├Âren zu den 14 h├Ąufigsten Ausl├Âsern von Lebensmittelallergien und m├╝ssen in der EU und der Schweiz f├╝r Konsumenten gekennzeichnet werden. Richtig, auch in der Schweiz. Seit rund zwei Monaten ist auch hierzulande nach LIV die Kennzeichnung der 14 Hauptallergene bei losen Speisen Vorschrift.

Die Kennzeichnung der 14 Hauptallergene als Teil der LIV

Seit dem 1. Mai 2018, genauer gesagt, ist die Information ├╝ber allergene Inhaltsstoffe auch in der Schweiz verpflichtend. Ob Speisen oder Getr├Ąnke, ob verpackte oder lose Ware, jede Zutat, in der sich eines der 14 Hauptallergene befindet, geh├Ârt nun auch in der Schweiz ordnungsgem├Ą├č gekennzeichnet. Ganz konkret betrifft dies die Lebensmittelgruppen:

  1. Gluten
  2. Krebstiere (und daraus gewonnene Erzeugnisse)
  3. Eier (und daraus gewonnene Erzeugnisse)
  4. Fische (und daraus gewonnene Erzeugnisse)
  5. Erdn├╝sse (und daraus gewonnene Erzeugnisse)
  6. Sojabohnen (und daraus gewonnene Erzeugnisse)
  7. Milch (und daraus gewonnene Erzeugnisse)
  8. Hartschalenobst oder N├╝sse
  9. Sellerie (und daraus gewonnene Erzeugnisse)
  10. Senf (und daraus gewonnene Erzeugnisse)
  11. Sesamsamen (und daraus gewonnene Erzeugnisse)
  12. Schwefeldioxid und Sulfite
  13. Lupinen (und daraus gewonnene Erzeugnisse)
  14. Weichtiere (und daraus gewonnene Erzeugnisse)

Da die Kennzeichnung auch f├╝r lose Ware verpflichtend ist, m├╝ssen sich ab sofort beispielsweise auch Wirte, Eissalons, Restaurantbesitzer, Hotels oder B├Ąckereien mit dem Thema auseinandersetzten und ihre Speisen und Getr├Ąnke genauer auf deren Inhaltsstoffe analysieren.

Die gesetzliche Grundlage

Die verpflichtende Allergenkennzeichnung wurde im Zuge der Revision des Lebensmittelrechts im Jahr 2017 beschlossen und trat nach einer einj├Ąhrigen ├ťbergangsfrist am 01. Mai 2018 in Kraft. Diese geschah, um das schweizerische Recht an jenes der EU anzugleichen, damit bestehende Handelshemmnisse abgebaut werden k├Ânnen. Ebenfalls sollen die KonsumentInnen in der Schweiz nicht schlechter gesch├╝tzt sein, als jene in der EU.

Was die Allergenkennzeichnung f├╝r Sie konkret bedeutet
(und welche Schritte Sie unternehmen m├╝ssen)

So weit so gut. Aber welche Auswirkungen hat dieser neue gesetzliche Beschluss konkret f├╝r Sie und Ihren Betrieb?

I. Dokumentation der Allergene in Ihren Speisen

Bei allen Speisen und Getr├Ąnken, die Sie in Ihrem Betrieb verkaufen, m├╝ssen Sie die vorhandenen Allergene schriftlich dokumentieren, beispielsweise in Form von Rezepten oder Produktdatenbl├Ątter.

II. Aktuelle und korrekte Informationen ├╝ber Allergene herausfinden

Der erste Schritt, um dies m├Âglich zu machen ist herauszufinden, welche Allergene ├╝berhaupt in Ihren Speisen und Getr├Ąnken vorhanden sind. Also alle verwendeten Zutaten genauer auf deren Inhaltsstoffe zu pr├╝fen. In der Regel finden Sie die ben├Âtigten Informationen am jeweiligen Etikett der Zutat. Sollten Sie auch lose Ware beziehen, hat der jeweilige Lieferant Sie ├╝ber etwaige Allergene zu informieren.

M├╝hsam ist es nat├╝rlich trotzdem. Vor allem, da die Information tagesaktuell sein muss und sich Zutaten und deren Zusammensetzung selbstverst├Ąndlich ├Ąndern k├Ânnen. Bei einem einmaligen Aufwand bleibt es demnach nicht. Normalerweise.

Au├čer Sie n├╝tzen FoodNotify in Ihrem Betrieb. Denn unsere Kunden m├╝ssen sich nicht mit der Suche nach Allergenen aufhalten und k├Ânnen Ihre Zeit und Energie f├╝r etwas anderes n├╝tzen.

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Verena Hicke, LSG Sky Chefs, Z├╝rich

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III. Information der G├Ąste

Fehlt nur noch, die herausgefundenen Informationen an Ihre G├Ąste weiterzugeben. Hier gilt grunds├Ątzlich das Prinzip der Schriftlichkeit (wie es auch in der EU h├Ąufig praktiziert wird). Das hat zahlreiche Vorteile, f├╝r Sie und auch f├╝r Ihre Kunden.

Kleinstbetrieben mit bis zu maximal 9 Mitarbeiter bleibt die Wahl. Sie d├╝rfen G├Ąste auch m├╝ndlich aufkl├Ąren. Voraussetzung ist:

  • ein gut sichtbarer schriftlicher Hinweis, dass m├╝ndlich ├╝ber Allergene informiert wird
  • die Informationen ├╝ber Allergene m├╝ssen dem Personal schriftlich vorliegen, bzw. muss eine fachkundige Person (Koch/K├Âchin, oder eine instruierte Person) anwensend sein.

Warum sich der administrative Aufwand lohnt

Einmal von potentiellen Handelsbeziehungen und gewollten Gleichziehen mit der EU abgesehen: ÔÇ×Wozu das Ganze?ÔÇť, fragen Sie sich vielleicht. Die Frage ist mit ein paar Zahlen einfach beantwortet. Jeder 5. Schweizer leidet unter einer Nahrungsmittelintoleranz, 2ÔÇô6 % der Erwachsenen an einer Nahrungsmittelallergie. Betroffen sind aber nicht nur Erwachsene sondern auch Kleinkinder: Bei einem von 15 Kindern tritt nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel eine allergische Reaktion auf. Tendenz steigend.

Besch├Ąftigt man sich intensiver mit Nahrungsmittelallergien wird auch schnell klar, dass zur Bek├Ąmpfung der Symptome nur ein Mittel hilft: Das Nahrungsmittel strikt aus dem Speiseplan zu streichen. Vor allem in Anbetracht der zahlreichen versteckten Allergene ÔÇô sprich jene, die nicht auf den ersten Blick als Inhaltsstoff ersichtlich sind ÔÇô ist das f├╝r Konsumentinnen gar nicht so einfach. Eine verst├Ąrkte Transparenz ist daher nur begr├╝├čenswert. Immerhin, zufriedene Kunden m├Âchte jeder und Zufriedenheit wird mit vermehrter Transparenz nur gesteigert.

Alle Fakten zur Allergenkennzeichnung nach LIV auf einen Blick

  • Die Kennzeichnung der 14 Hauptallergene in verpackten sowie losen Speisen ist seit 01. Mai 2018 Pflicht.
  • Die Information ├╝ber Allergene sollte schriftlich erfolgen, kann aber unter gewissen Voraussetzungen auch m├╝ndlich ausgef├╝hrt werden (max. 9 Mitarbeiter, ein gut sichtbarer Hinweis ├╝ber die m├╝ndliche Kommunikation, eine schriftliche Dokumentation zur Information der Mitarbeiter sowie die Einschulung durch ein Fachpersonal).
  • Achtung! Die Allergenkennzeichnung gilt auch f├╝r Getr├Ąnke.

PS.: Damit Sie auch wirklich alles rund ums Thema Hauptallergene erfahren, haben wir alle Informationen zu den 14 Lebensmittelallergien zusammengetragen und f├╝r Sie ein eigenes Allergen E-Book erstellt.


Was sich durch die LIV noch alles ├Ąndert

  • ├ťbernahme des Lebensmittelbegriffs und weiterer Definitionen der EU
  • Neue Vorschriften zur Angabe der N├Ąhrwerte und Herkunft von Lebensmitteln
  • Drei neue Lebensmittel wurden zugelassen
  • Einf├╝hrung eines Prozesshygienekriteriums bei der Gefl├╝gelschlachtung

Weiterf├╝hrende Links zum Thema Lebensmittelgesetz und Lebensmittelrecht:

Verordnung des EDI betreffend die Information ├╝ber Lebensmittel

Wichtige Informationen zum Lebensmittelrecht 2017