Ein halbes Jahr und das Corona-Virus reichen aus, um ganze Branchen komplett auf den Kopf zu stellen, ihnen ihre Stärken und Schwächen aufzuzeigen und Verhaltensmuster gänzlich zu verändern.

Besonders das Hotel- und Gastgewerbe wurde von den Auswirkungen der Corona-Pandemie hart getroffen. Von heute auf morgen konnten Restaurants ihre Gäste nicht mehr begrüßen. Hotels mussten sich mit zahlreichen Einschränkungen arrangieren. Im Gastro-Fachhandel stand fast alles still und Caterer standen vor dem Nichts.

Manche Gastronomiebetriebe scheinen die Krise jedoch fast unbeschadet überstanden zu haben. Zwei Erfolgsfaktoren waren hierfür ausschlaggebend: Eine digitalisierte (Infra-)Struktur und die nötige Flexibilität. Manche Betriebe, denen es unter anderem an beidem mangelte, haben nicht wieder aufgesperrt.

Ein halbes Jahr und das Corona-Virus reichen also aus, um als Weckruf zu dienen. Ein Weckruf für das Hotel- und Gastgewerbe, seine Schwächen in Stärken umzuwandeln, das Potenzial der Digitalisierung zu nutzen und Flexibilität zu leben.

Werfen Sie alte Muster über Board

Gastronomen, die die Corona-Krise erfolgreich überstanden haben, mussten ihre alten Muster über Bord werfen und sich neu erfinden. Sie stellten ihr Business-Modell um, passten es an das veränderte Konsumentenverhalten an und kreierten gänzlich neue Angebote, die ohne Digitalisierung undenkbar gewesen wären. So konnten sie nicht nur ihren Umsatz retten, sondern auch ihr Bestehen während und nach der Corona-Krise sichern.

Doch viele Gastronomie- und Hotelbetriebe hielten an alten Mustern fest. Die Skepsis gegenüber dem wirtschaftlichen Nutzen der Digitalisierung im Vergleich zum finanziellen, personellen und technischen Aufwand war zu groß. Doch spätestens, wenn man sich die Betriebe genauer ansieht, die die Krise erfolgreich gemeistert haben, wird der wirtschaftliche Nutzen von Digitalisierung offensichtlich. Spätestens jetzt ist es auch für die anderen Betriebe höchste Zeit, alte Muster über Bord zu werfen und überfällige Digitalisierungsmaßnahmen durchzuführen.

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Die Bedürfnisse Ihrer KundInnen sind die Basis für die Kalkulation Ihres Warenbedarfs

Zwischen dem Beginn der Corona-Pandemie und dem Ende des Shutdowns ging das Bestellvolumen um 90 % zurück. Besonders bekam das der Gastro-Großhandel zu spüren: Die Umsätze im Zustellgeschäft brachen alleine im April um 78,2 % ein.

Der Rückgang an Bestellungen basierte zu einem Großteil auf der Angst vor den Auswirkungen der Corona-Krise, dem Ausbleiben der Kundschaft und der Überforderung aufgrund der neuen Herausforderungen. Dass dies nicht die richtige Herangehensweise war, zeigte sich schnell. Denn konsumiert wurde ja weiterhin, nur eben auf andere Art und Weise. Speisen wurden einfach vom Lieblingsrestaurant bestellt und/oder abgeholt. Wer seine Speisekarte zu stark reduzierte, konnte der bestehenden Nachfrage nicht nachkommen. Wer die Nachfrage jedoch genau analysierte und seine Bestellungen und sein Angebot entsprechend anpasste, hatte einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Auch in Zukunft wird diese Analyse unabdingbar sein. Vor allem in Hinblick auf Lieferung bzw. Abholung. Durch eine genaue Analyse kann der Warenbedarf optimal kalkuliert und die Beschaffung gut geplant werden. Die Digitalisierung Ihrer Bestellprozesse, Lieferanten und Händler sowie Ihrer Warenwirtschaft bietet Ihnen hierfür eine große Hilfe. Sie schafft Transparenz über den gesamten Warenfluss. 

Zusätzlich können Betriebe dadurch Ausgaben für Lebensmittel, die weggeworfen werden, weil die Gerichte nur selten bestellt werden und die Zutaten nicht lange haltbar sind, stark reduzieren.


Realisieren Sie Effizienzsteigerungen durch die richtige Personalplanung

Digitalisierung stellt auch bei der Personalplanung eine große Hilfe dar. Betriebe, die ihre Prozesse bereits vollständig digitalisiert haben, nutzen beispielsweise digitale Kassensysteme für die Analyse der tatsächlichen Auslastung und vergleichen diese mit dem eingesetzten Personal. Anhand dieser Auswertungen können entsprechende Anpassungen und Effizienzsteigerungen realisiert werden.

Welches Erlebnis bieten Sie Ihren KundInnen?

Das veränderte Konsumentenverhalten ist Teil der vielzitierten „neuen Normalität“. Betriebe, die ihr Business-Modell umstellten, erweiterten auch ihre Vertriebskanäle und überlegten sich ganz neue Konzepte. So konnten sie optimal auf das veränderte Konsumentenverhalten eingehen.

Vor allem Take-Away und Delivery-Optionen waren in den letzten Monaten besonders beliebt und werden es auch weiterhin bleiben. Vielleicht können auch sie von dem Potenzial dieser beiden Vertriebskanäle profitieren und entsprechende Angebote schaffen, um Ihre Zielgruppe auch außerhalb Ihres Betriebes zu erreichen. Hier können sich Gastronomen etwas von den Ghost Kitchens abschauen. Denn sie sind es, die die schnelle Lieferung perfektioniert haben.

Zweifel an dem wirtschaftlichen Nutzen beseitigt spätestens die Prognose des Digital Market Outlooks von Statista: Alleine in Deutschland wird der Umsatz für das Jahr 2024 im Online Food Delivery Segment „Platform-to-Customer Delivery” auf rund 392,8 Millionen Euro geschätzt.

Nicht nur Take-Away und Delivery-Optionen könnten zu Ihrem neuen Business-Modell zählen. Stellen Sie sich zusätzlich die Frage, wie Sie ein Erlebnis für Ihre KundInnen kreieren können und machen Sie es zu einem Ihrer USPs. Ein Beispiel dafür wäre die Lieferung spezieller Lebensmittel, die Sie von Ihren Lieferanten beziehen können und die Ihre KundInnen gerne hätten. Nutzen Sie dann erneut das Potenzial der Digitalisierung und erstellen Sie einen Online-Shop, über den Ihre KundInnen diese Lebensmittel bestellen können. Als Zusatz können Sie ihnen gleich Rezepte für Gerichte anbieten, für die die Lebensmittel besonders gut geeignet sind.

Sagen Sie’s weiter!

Es nützt natürlich nichts, das Business-Modell umzustellen, Prozesse zu digitalisieren, die Speisekarte zu verändern oder Neues anzubieten, wenn Ihre KundInnen aber auch Ihre MitarbeiterInnen nichts davon wissen. Während der Corona-Krise haben viele Gastronomen kaum mit Ihren Zielgruppen kommuniziert. Dadurch kamen viele Unsicherheiten auf.

Nutzen Sie verschiedene Kommunikationskanäle, wie Ihre Website, Ihr Intranet, Ihre Social-Media Profile, Zeitungen und vieles mehr, um mit Ihren Zielgruppen in Kontakt zu treten, zu informieren und sich zu präsentieren. Das stärkt nicht nur die Kunden- und Mitarbeiterbindung, sondern genauso Ihre Reputation.

Digitale Transformation – Schritt für Schritt geht es am besten

Digitale Restrukturierung bedeutet nicht, dass diese Umstellung von heute auf morgen in jedem einzelnen Bereich geschehen muss. Vielmehr heißt es, genau zu analysieren, wo der Bedarf und Potenziale liegen. Darauf basierend können Sie ein Konzept erstellen, das dann umgesetzt werden kann. Holen Sie sich hierfür Unterstützung, jemanden der hauptverantwortlich für die Planung und Umsetzung ist und beginnen Sie zuerst mit einem Pilotprojekt in nur einem Betrieb oder in nur einem Bereich. So können Sie die Maßnahmen erst einmal testen, sich von dem Nutzen überzeugen und den tatsächlichen Aufwand kennenlernen.


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