Der Aufbau eines eigenen Franchisekonzeptes stellt für viele Unternehmer eine große Chance dar, um in die Selbstständigkeit zu starten. Aber auch durch den Einstieg in ein bereits bestehendes Franchisesystem besteht die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen. Der Vorteil dabei ist, dass es sich bereits um eine erprobte Geschäftsidee handelt. Von Marketing über Preisgestaltung bis Branding – alles wurde schon einmal festgelegt und umgesetzt.

Wenn auch Sie mit dem Gedanken spielen, den Schritt in Richtung Selbstständigkeit mit Franchise zu wagen, sollten Sie im Vorhinein einige Faktoren berücksichtigen. Egal ob Sie nun ein eigenes Franchisemodell aufbauen oder in ein erprobtes Franchisesystem einsteigen wollen. Damit Sie sich einen Überblick verschaffen können, haben wir eine Liste mit 5 Dingen zusammengestellt, die Sie beim Franchise beachten sollten.

1. Bin ich der richtige Typ?

Beim Franchising spielt die eigene Persönlichkeit eine entscheidende Rolle. Auch wenn kein konkretes Profil von Franchise-Unternehmern vorliegt, gibt es doch einige Eigenschaften und Qualifikationen, mit denen ein Franchisebetrieb erfolgreich geführt werden kann. Deshalb sollten Sie zunächst herausfinden, ob Sie überhaupt der richtige Typ dafür sind. Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen:

  • Verfüge ich über betriebswirtschaftliches Know-how und ein gutes Zahlenverständnis?
  • Bin ich in der Lage, mein Team zu motivieren?
  • Ist es für mich kein Problem, unternehmerisches Risiko zu tragen?
  • Besitze ich Organisationsgeschick und eine strukturierte Arbeitsweise?
  • Betrachte ich mich selbst als Teamplayer statt als Einzelgänger?
  • Kann ich genug Eigenkapital aufbringen?
  • Bin ich ein Unternehmertyp, der Eigeninitiative, Belastbarkeit, Durchsetzungsvermögen und Führungsstärke besitzt?
  • Ist mir bewusst, dass ich mich in meinem Arbeitsalltag größtenteils um die Kundenbetreuung, das Personalmanagement und den Vertrieb kümmern werde?

Selbstverständlich wird von einem Franchise-Unternehmer nicht vorausgesetzt, all diese Eigenschaften und Qualifikationen zu besitzen. Doch jedes Persönlichkeitsmerkmal und jede Fähigkeit, die Sie in Ihr Franchise einbringen können, sind von Vorteil.

2. Das Konzept Franchise verstehen

Neben der eigenen Persönlichkeit, stellt Ihr Wissen zum Konzept Franchise ebenfalls einen wichtigen Punkt dar, den Sie beachten sollten. Informieren Sie sich grundlegend darüber, wie das Franchisesystem funktioniert, welche verschiedenen Rollen es gibt (Stichwort Franchisenehmer und -geber) und welche Aufgaben und Pflichten Sie erwarten werden. Gute Anlaufstellen dafür sind zum Beispiel Franchise-Verbände des jeweiligen Landes, in dem Sie Ihr Franchisesystem aufbauen wollen oder Online-Portale, die Glossare und wertvolle Informationen zum Thema Franchising anbieten.

Erst wenn Sie genügend Wissen zum Konzept Franchise besitzen, können Sie sich mit dem nächsten Punkt auseinandersetzen: Franchisesysteme recherchieren und eigenes Unternehmen bzw. Konzept auf Franchise-Eignung prüfen.


3. Die Qual der Wahl

Bevor Sie mit der Suche nach möglichen Franchisesystemen beginnen, sollten Sie sich entscheiden, welche der Franchising-Möglichkeiten für Sie infrage kommt. Denn bei beiden Optionen stehen unterschiedliche Punkte im Vordergrund, die es zu beachten gilt.

4. Die finanzielle Situation

Ein weiterer wichtiger Punkt, den Sie bei Franchise auf jeden Fall beachten sollten, sind die finanziellen Mittel. Der Start ins Franchising ist mit gewissen Kosten verbunden, über die Sie sich im Vorfeld klar sein sollten. Wenn Sie ein eigenes Franchisesystem aufbauen möchten, ist es wichtig, Ihr Budget aufzustellen sowie eine Liquiditäts- und Investitionsplanung zu erarbeiten.

Beim Einstieg in ein bestehendes Franchisesystem unterscheidet sich die aufzubringende Summe je nach System und setzt sich aus mehreren Elementen zusammen. Zu Beginn fällt eine Eintrittsgebühr an, dessen Höhe von verschiedenen Faktoren abhängt. So spielen zum Beispiel die Größe des Systems oder die Anzahl der Franchisenehmer dabei eine Rolle. Zusätzlich dazu verlangen fast alle Franchisegeber eine monatliche Gebühr, die für die fortlaufende Nutzung der Franchise-Lizenz zu entrichten ist.

Neben diesen einmaligen und laufenden Zahlungen fallen ebenso Gründungskosten an. Diese werden etwa für die Einrichtung des Betriebes benötigt. Außerdem sollten Sie bedenken, über eine ausreichende Reserve zu verfügen. Denn zu Beginn Ihres Franchisebetriebes kann es unter Umständen einige Zeit dauern, bis ein fester Kundenstamm aufgebaut ist.

Bei all diesen Kosten ist es wichtig, dass Sie sich im Vorfeld überlegen, wie viel Eigenkapital Sie aufbringen müssen. Oft fordern Franchisegeber einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent. Das sollten Sie auf jeden Fall bei der Gründung Ihres Franchise beachten und auch darüber nachdenken, welche Finanzierung Sie möglicherweise in Anspruch nehmen müssen.


5. Ein Blick in die Zukunft

Bevor Sie sich nun mit dem Aufbau Ihres Franchise befassen, sollten Sie sich über einen letzten Punkt noch Gedanken machen: Wie sieht mein Plan für die Zukunft aus? Was will ich mit meinem Franchise erreichen? Denn wie bei jedem Geschäftsmodell ist es sinnvoll, ein wenig vorauszudenken und zu planen. So kann dies zum Beispiel dabei helfen, Bereiche zu identifizieren, in denen Herausforderungen auftreten können.

Ebenso sollten Sie darüber nachdenken, wie Ihre mögliche Exit-Strategie lauten könnte. Wollen Sie Ihr Franchise einem Familienmitglied hinterlassen? Oder es doch lieber verkaufen? Egal für was Sie sich entscheiden, sollten Sie diesen Punkt auf jeden Fall schon früh berücksichtigen.

Bevor Sie also ein eigenes Franchisekonzept gründen oder in ein bereits bestehendes System einsteigen, sollten Sie einige Punkte beachten. Denn erst dann können Sie sich mit dem nächsten Schritt befassen, der Analyse von Markt, Wettbewerb und Zielgruppe. Dieses Thema wird im nächsten Artikel dieser Artikelreihe behandelt.