Warenwirtschaft für Restaurantgruppen in der Schweiz: Worauf es ankommt

Warenwirtschaft für Restaurantgruppen in der Schweiz: Schweizer Lieferanten wie Pistor, Saviva und Prodega im System, Deutsch und Französisch, Franken und Mehrwertsteuer, Kassenanbindung. Vier Anbietertypen im Vergleich mit Checkliste.

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Eine Restaurantgruppe in der Schweiz kauft bei Pistor, Saviva oder Prodega ein, führt Häuser in Zürich und Lausanne mit Teams, die Deutsch und Französisch sprechen, rechnet in Franken mit unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen für Restaurant und Take-away und hat oft eine Kasse, die in Deutschland kaum jemand kennt. Warenwirtschaftssysteme, die für den deutschen oder amerikanischen Markt gebaut sind, scheitern selten an der Funktion, sondern an genau diesen Details.

Dieser Beitrag beschreibt, worauf Restaurantgruppen in der Schweiz bei der Warenwirtschaft achten sollten, und ordnet vier Anbietertypen ein. Er richtet sich an Gruppen ab etwa drei bis fünf Standorten und an Betriebe, die Häuser in der Schweiz und im umliegenden Ausland führen. Wir bauen selbst ein Warenwirtschaftssystem und vergleichen es mit; wir sagen deshalb bei jedem Anbietertyp, wann er besser passt als wir.

Was in der Schweiz anders ist

Lieferanten. Der Schweizer Foodservice-Grosshandel ist eigenständig: Pistor, Saviva, Prodega/Transgourmet, Gmür, Aligro, TopCC, dazu Hersteller wie Emmi oder Scana. Ein System, das nur deutsche Grosshändler angebunden hat, zwingt Schweizer Gruppen zurück zu abgetippten Preislisten. Fragen Sie jeden Anbieter konkret nach Ihren fünf grössten Lieferanten.

Sprachen. Küche in Zürich, Einkauf in Genf, Zentrale in Bern: Das System muss Deutsch und Französisch können, und zwar in der Oberfläche, in den Trainings und im Support. Italienisch ist für das Tessin ein Plus.

Währung und Mehrwertsteuer. Preise in Franken, dazu der Normalsatz für Restaurantleistungen und der reduzierte Satz für Take-away und Lebensmittelverkauf. Die Warenwirtschaft muss Netto-Einkaufspreise sauber führen, damit die Kalkulation je Portion stimmt, unabhängig davon, wie die Kasse den Verkauf besteuert.

Kassen. Lightspeed ist in der Schweiz verbreitet, daneben lokale Systeme. Klären Sie vor Vertragsabschluss, ob und wie Ihre Kasse angebunden wird, und machen Sie die Kassenabnahme zum Teil des Pilots.

Grenzüberschreitende Gruppen. Wer Häuser in der Schweiz, Deutschland und Österreich führt, braucht ein System, das Lieferantenkataloge je Land in einem gemeinsamen Artikelstamm abbildet, damit die Zentrale trotzdem alle Häuser vergleichen kann.

Vier Anbietertypen im Vergleich

1. FoodNotify: Warenwirtschaft für Ketten und Hotelgruppen mit Schweizer Lieferanten im System

FoodNotify führt einen Artikelstamm für die ganze Gruppe; darauf laufen Einkauf, Inventur, Rezepte, Kalkulation und Soll-Ist-Wareneinsatz je Standort. Über 1.000 Lieferanten liefern ihre Daten, darunter Pistor, Saviva, Prodega/Transgourmet, Gmür, Aligro, TopCC, Emmi und Scana; 126 Lieferanten sind direkt per Schnittstelle angebunden. Fehlende Lieferanten werden angelegt, ihre Preise liest die Belegerkennung BEAM aus der Rechnung. Oberfläche, Trainings und Support gibt es auf Deutsch, Englisch und Französisch. Lightspeed läuft im Standard, andere Kassen werden über die offene API angebunden.

Preis: Starter ab 174,90 Euro je Standort und Monat, Pro und Enterprise individuell, ohne Beschränkung der Nutzerzahl. Einführung vier bis sechs Wochen bei fünf Standorten mit Pilot und Kassenabnahme.

Wann nicht: Kein Kassensystem, keine Buchhaltung, keine Personalplanung. Für einen einzelnen Betrieb ohne Wachstumsabsicht ist eine Inventur-App günstiger.

2. FutureLog: Einkaufsplattform aus der Schweiz

FutureLog ist ein Schweizer Anbieter mit Schwerpunkt Beschaffung: Bestellanforderung, Freigabe, Bestellung, Wareneingang, Rechnungsabgleich, Lieferantenmanagement. Verbreitet in der Hotellerie, mit vielen Schweizer Lieferanten auf der Plattform.

Passt, wenn der Einkauf mit Freigabestufen über alle Abteilungen gesteuert werden soll. Grenzen: Rezepturen und Soll-Ist-Wareneinsatz aus Kassendaten sind nicht der Kern; wer die Küche steuern will, braucht ein zweites Werkzeug.

3. Internationale Plattformen: Apicbase, MarketMan

Apicbase (Belgien) und MarketMan (USA) bieten Rezepte, Inventur und Bestellungen mit Varianzanalyse. Beide sind international ausgerichtet und mehrsprachig.

Passt, wenn die Gruppe Häuser weit ausserhalb des deutschsprachigen Raums betreibt oder ein amerikanisches Kassensystem einsetzt. Grenzen: Schweizer Lieferanten sind kaum angebunden; Preislisten müssen selbst gepflegt werden. Support auf Deutsch ist nicht selbstverständlich.

4. Kasse mit Warenwirtschaftsmodul

Einige Kassenanbieter bieten Lagerverwaltung als Zusatzmodul. Der Vorteil: eine Anbindung weniger. Der Nachteil: Die Lagerverwaltung ist meist eine Bestandsführung, keine Warenwirtschaft mit Lieferantenkatalogen, Rezeptkalkulation und Soll-Ist je Standort.

Passt, wenn ein einzelner Betrieb Kasse und Bestand aus einer Hand will. Grenzen: Für Gruppen mit mehreren Standorten und unterschiedlichen Kassen fehlt der gemeinsame Artikelstamm.

Vergleichstabelle

KriteriumFoodNotifyFutureLogApicbase / MarketManKasse mit Modul
Schweizer Lieferanten mit DatenPistor, Saviva, Prodega, Gmür, Aligro, TopCC, Emmi, Scana u. a.Viele, über die PlattformWenigeKeine
Deutsch und FranzösischJa, inkl. SupportJaMehrsprachig, Support je nach AnbieterJe nach Kasse
Rezepte und Soll-Ist je StandortJaEingeschränktJaEingeschränkt
Ein Artikelstamm je GruppeJaJaJaJe Installation
KassenanbindungLightspeed u. a., offene APIÜber SchnittstellenViele, v. a. internationalEigene Kasse
Preisab 174,90 € je Standort und MonatAuf AnfrageAuf AnfrageJe nach Kasse

Angaben zu anderen Anbietern beruhen auf deren öffentlich zugänglichen Informationen, Stand September 2026.

Checkliste für Schweizer Restaurantgruppen

  • Sind meine fünf grössten Lieferanten mit Katalog und Preisen im System? Namen nennen lassen.
  • Kann jedes Team in seiner Sprache arbeiten, und gibt es Support auf Deutsch und Französisch?
  • Werden Netto-Einkaufspreise in Franken sauber geführt, unabhängig vom Mehrwertsteuersatz an der Kasse?
  • Wird meine Kasse angebunden, und ist die Abnahme Teil des Pilots?
  • Gibt es einen Artikelstamm für die ganze Gruppe, auch über Ländergrenzen?
  • Wie lange dauert die Einführung bei fünf Standorten, und wer macht den Artikelstamm?

FAQ zur Warenwirtschaft für Restaurantgruppen in der Schweiz

Sind Schweizer Lieferanten wie Pistor oder Saviva angebunden?

Bei FoodNotify ja: Pistor, Saviva, Prodega/Transgourmet, Gmür, Aligro, TopCC, Emmi und Scana liefern Daten ins System. Weitere Lieferanten lassen sich anbinden, regionale Betriebe werden angelegt.

Funktioniert das System auf Französisch?

FoodNotify gibt es auf Deutsch, Englisch und Französisch, inklusive Trainings und Support.

Können wir Häuser in der Schweiz und in Deutschland in einem System führen?

Ja. Ein Artikelstamm für die Gruppe mit Lieferantenkatalogen je Land; die Zentrale vergleicht alle Häuser in denselben Zahlen.

Was kostet FoodNotify in der Schweiz?

Starter ab 174,90 Euro je Standort und Monat, Pro und Enterprise individuell, ohne Beschränkung der Nutzerzahl. Preise und Onboarding

Wie lange dauert die Einführung?

Vier bis sechs Wochen bei fünf Standorten, mit einem Standort als Pilot und Kassenabnahme vor dem Rollout.

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