Das PMS deckt das Gästeerlebnis ab – nicht die Küche dahinter
Wenn Hotelgruppen über Digitalisierung sprechen, geht es meist zuerst um das Property-Management-System (PMS): Buchungen, Zimmerverwaltung, Check-in, Ratenpläne, Channel-Management. Systeme wie HotelFriend, RoomRaccoon oder SiteMinder lösen genau das – und lösen es gut.
Was ein PMS in der Regel nicht abdeckt, ist die F&B-Seite des Betriebs: Frühstücksbuffet, Restaurant, Hotelbar, Bankett- und Tagungsverpflegung. Genau dort entstehen bei Hotelgruppen mit mehreren Standorten dieselben Probleme wie in der Systemgastronomie – nur oft unsichtbarer, weil sie nicht im Kerngeschäft „Zimmer verkaufen" liegen.
Die typischen Reibungspunkte bei mehreren Standorten
Bei einer Hotelgruppe mit mehreren Häusern zeigen sich meist dieselben Muster:
- Getrennte Bestellprozesse pro Standort. Jedes Haus bestellt bei seinen eigenen Lieferanten, oft ohne Überblick über gruppenweite Konditionen oder Mengenrabatte.
- Uneinheitliche Rezepturen. Dasselbe Frühstücksgericht wird an jedem Standort leicht anders kalkuliert und anders gekennzeichnet.
- Kein standortübergreifender Wareneinsatz-Überblick. Die Zentrale weiß nicht in Echtzeit, wie sich Wareneinsatz und Food Waste über die Häuser hinweg entwickeln.
- Inventur als manueller Kraftakt. Ohne digitales System kostet eine vollständige Inventur pro Standort einen erheblichen Zeitaufwand – Zeit, die im Hotelbetrieb an anderer Stelle fehlt.
Was ein F&B-Management-System für Hotelgruppen leisten muss
Anders als ein PMS, das auf das Gästeerlebnis und die Zimmerverwaltung ausgerichtet ist, muss eine F&B-Lösung für Hotelgruppen vier Dinge zentral und standortübergreifend abbilden:
- Beschaffung – eine unabhängige Bestellplattform mit direkter Anbindung an Lieferanten und Großhändler, damit jeder Standort zu den richtigen Konditionen bestellt, ohne dass die Zentrale jede Einzelbestellung kontrollieren muss
- Rezeptverwaltung – standardisierte Rezepturen mit automatischer Allergen-, Nährwert- und LMIV-Kennzeichnung über alle Häuser hinweg
- Warenwirtschaft – Echtzeit-Lagerbestand, digitale Inventur und automatische Verbuchung neu eingetroffener Ware, angebunden an das jeweilige Kassensystem
- Auswertung über Standorte hinweg – ein zentrales Bild von Wareneinsatz, Deckungsbeitrag und Food Waste, damit die Zentrale nicht auf Einzelmeldungen der Häuser angewiesen ist
Warum das bei Hotelgruppen anders liegt als bei reiner Systemgastronomie
Hotelgruppen haben eine Besonderheit, die viele Systemgastronomie-Ketten nicht haben: mehrere F&B-Ausgabepunkte pro Standort. Ein einzelnes Hotel bedient häufig gleichzeitig Frühstück, à-la-carte-Restaurant, Bar und Bankett – mit teilweise überlappenden, teilweise eigenen Rezepturen und Lieferbeziehungen. Eine F&B-Lösung muss das innerhalb eines Standorts abbilden können, bevor sie überhaupt standortübergreifend skaliert.
Bei FoodNotify läuft das über ein System, das sich sowohl an das PMS als auch an das Kassensystem des jeweiligen Ausgabepunkts anbinden lässt, ohne dass Beschaffung, Rezepte und Warenwirtschaft für jeden Bereich separat aufgebaut werden müssen.
Fazit
Ein PMS entscheidet, ob ein Gast sein Zimmer bekommt. Ob das Frühstücksbuffet richtig kalkuliert, korrekt gekennzeichnet und ohne unnötigen Food Waste läuft, entscheidet ein davon unabhängiges F&B-Management-System. Für Hotelgruppen mit mehreren Standorten ist das keine Nebensache, sondern ein eigener Digitalisierungsbereich – mit eigenem Business Case.