Megatrends gibt es heutzutage viele – von Globalisierung, über Mobilität, bis hin zur Wissenskultur. Ein Megatrend berührt und beeinflusst unser Leben jedoch so direkt und grundsätzlich wie kaum ein anderer. Es ist die Individualisierung. Die persönliche Freiheit, seinen eigenen Weg gehen zu können, selbst entscheiden und wählen zu dürfen. Sei es die Wertegemeinschaft, der wir uns zugehörig fühlen, das Fortbewegungsmittel, mit dem wir zur Arbeit fahren – oder sei es die Art und Weise, wie wir uns ernähren. Letztere Ausprägung dürfte vor allem für Gastronomen interessant sein. Denn mit ihr wiederum sind vielfältige Trends in der Gastronomie verbunden, die einen Blick auf die Branche von heute und der Zukunft freigeben.

Trend Ernährungstypen:
Von fleischig bis religiös 

Heutzutage wollen nicht nur einige wenige, sondern verschiedenste Ernährungstypen angesprochen werden. Da sind zum Beispiel die Fleischesser, denen nichts über ein Schweinssteak oder ein Salamibrot geht. Anders gesinnt sind die Vegetarier, die mit Ausnahme von Milchprodukten und Eiern nur Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs essen. Oft ist damit auch eine Lebensweise mit gesteigertem Gesundheitsbewusstsein und ethischen Idealen verbunden. Flexitarier sind die so genannten „Teilzeit-Vegetarier“ oder flexiblen Vegetarier. Nur ein bis zwei Mal pro Woche verzichten sie bewusst auf Fleisch. Vegan lebende Menschen wiederum sind diesbezüglich komplett konsequent, denn sie lehnen Nahrungsmittel tierischen Ursprungs und die Ausbeutung von Tieren strikt ab. Allergiker: Vor allem Milch, Getreide, Nüsse und Hühnereiweiß werden nicht vertragen und müssen deshalb vernachlässigt werden. Und dann gibt es noch religiöse Ernährungstypen. Entsprechend ihres Glaubens ernähren sie sich halal oder koscher. Ein vielschichtiger Kodex ist einzuhalten, der verbotene und erlaubte Nahrungsmittel ebenso umfasst wie die Nahrungsmittelverarbeitung und die Ernährungsrituale.

Trend Burger:
Im Zeitalter der Individualisierung

Besonders eindrücklich zeigen sich die neuen Trends in der Gastronomie auch an ihm – dem guten alten Burger. Bis vor einiger Zeit war er noch auf der schmuddeligen Fast-Food-Schiene unterwegs – hat diese aber mittlerweile verlassen und erreicht nun auch anspruchsvolle Fleischesser und ebensolche Vegetarier, Flexitarier und Veganer. Entscheidend für diesen (Sinnes-) Wandel sind absolute Top-Qualität bei der Zubereitung immer neuer Burger-Kreationen, für die hochwertige Zutaten überraschend kombiniert werden. Sowohl in immer mehr angesagten städtischen Burgerlokalen wie auch in Gasthäusern auf dem Land. 

Lecker und zeitgemäß zugleich: Fleisch-Burger, Veggy-Burger, Vegan-Burger und Co.

Trend Speisekarte:
Auch Produzenten werden genannt

Die Trends in der Gastronomie zeigen sich auch daran: Viele Konsumenten legen Wert auf Nachhaltigkeit und Transparenz – und möchten Bescheid wissen, um die für sie richtige Wahl zu treffen. Gerade auch im Restaurant oder im Café. Von welchem Produzenten stammen die Nahrungsmittel für die angebotenen Gerichte? Welche Philosophie bezüglich Anbau und Aufzucht wird dort gelebt? Kommen die Produzenten aus der Region? Und so weiter. Viele Gastronomen nennen auf ihren Speisekarten deshalb die Produzenten, von denen sie ihre Nahrungsmittel beziehen. Und geben weitere Informationen gerne auch persönlich weiter – an Gäste, die es ganz genau wissen möchten. 

Trend Restaurant-App:
Speisen für jeden Ernährungstyp

Immer mehr Gastronomiebetriebe setzen auf eigene Mobile Apps. Damit benötigen ihre Gäste nur noch wenige Touches für die Tischreservierung – und für die Essensbestellung. Denn mithilfe ihrer App kategorisieren Gastronomen ihre Speisen und Getränke in verschiedene Ernährungstypen und bieten ihren Gästen somit die Möglichkeit, noch einfacher und individueller zu bestellen. Das Essen wird direkt nach dem Bestelleingang frisch zubereitet. Nehmen die Gäste dann im Restaurant platz, wird auch schon serviert. Geschmäcker und Bedürfnisse sind damit zeitgemäß bedient.

Trend Food-Court:
Betriebskantinen werden modern

Was wir bei Betriebskantinen sehen ist der Trend, nicht mehr nach solchen aussehen zu wollen. Vor allem moderne, zukunftsorientierte Unternehmen denken so. Und lassen ihre in die Jahre gekommenen Kantinenräume in so genannte Food-Courts verwandeln. Frisch, modern und einladend wirken sie mit ihren neuen Design-Konzepten aus hochwertigen Materialien, Lichtkomponenten und Pflanzenarrangements. Klar, in angenehmer Atmosphäre hält man sich viel lieber auf. Zumal diese Food Courts auf eine Speisenauswahl setzen, die alle Geschmäcker anspricht, von Fleischesser bis Vegetarier.

Trends Gastronomie - Moderner Food-Court
Aus altmodischen Kantinen werden moderne, einladende Food-Courts

Trend Bedienung:
Auch ohne bestens bedient?

Kann es das geben? Restaurants ganz ohne Bedienpersonal? Ja – wenn man Personalkosten sparen und seinen Gästen ein neuartiges Restauranterlebnis bieten möchte. Vor allem den Gästen, die wenig Zeit für eine Pause haben. Ein außergewöhnliches Konzept fährt die Data Kitchen in Berlin. Dieses Restaurant verfügt über eine eigens entwickelte App für Tischreservierung und Bestellung. Das wirklich Besondere ist jedoch die Art und Weise, wie die Gäste zu ihren frisch zubereiteten Speisen und Getränken kommen. Diese werden nicht etwa von einer Bedienung serviert. Sondern sie stehen zum jeweils gebuchten Zeitpunkt in Glasboxen zur Entnahme bereit. Die Boxen öffnen sich, indem die Gäste einen Link in ihrer Email anklicken, die ihnen aufs Smartphone gesendet wird.

Trend Instagram:
Einfach ein cooles Bild abgeben

Social Media boomt nach wie vor, Instagram nach wie vor besonders. An Lifestyle und Zeitgeist orientierte Gastronomen und Hoteliers setzen deshalb auch auf Foto-Equipment wie Kamerastativ und Studiolicht. Eine fotoaffine Zielgruppe wie die Millennials nutzt dieses Equipment, um tolle Fotos zu machen und diese anschließend auf Instagram zu posten. Begehrte Fotomotive sind geschmackvoll arrangierte Speisen und Getränke, spektakuläre Hotel- und Restaurant-Interieurs sowie ebenso beeindruckende landschaftliche Umfelder. Die Millennials inszenieren damit nicht nur sich selbst, sondern den Hotel -und Gastronomiebetrieb gleich mit.

Fact 1:

25 Mio.

Unternehmensprofile gibt es weltweit auf Instagram

Fact 2:

200 Mio.

Unternehmensprofile werden täglich aufgerufen

Fact 3:

500 Mio.

Instagram-User sind täglich aktiv

Trend Meal Sharing:
Genuss, den man gerne teilt

Neben allem technologischen und digitalen Fortschritt sind es nach wie vor auch die „echten“ Dinge, die für Gastronomen erfolgversprechend sind und bleiben. Dinge, die teilweise sogar die Anfänge der zivilisierten Nahrungsaufnahme neu interpretieren. Nur ein Beispiel ist das „Meal Sharing“ im Restaurant. Heißt: Nicht jeder am Tisch bestellt und speist nur für sich allein. Sondern es gibt eine Bestellung für alle am Tisch sitzenden Personen. Von dem was dann serviert wird – in einem großen Topf oder verteilt auf mehrere Servierteller – bedient man sich einfach gemeinschaftlich. So wie früher. Gastronomen, die sich darauf besinnen, treffen einen weiteren Nerv der Zeit: Genuss wieder stärker mit Gemeinschaft verbinden zu wollen.

Fortsetzung?
Folgt!

Wie gesagt, unsere Welt ist voller (Mega-)Trends, aus denen wiederum zahlreiche Trends in der Gastronomie und Lebensmittel-Branche entstehen. Mit welchen Szenarien und Lösungen sie sich wohin entwickelt – das werden wir weiter beobachten und berichten.