Am 1. Oktober 2017 trat österreichweit eine Novelle zur verpflichtenden Allergenkennzeichnung in Kraft. Diese soll vor allem Erleichterungen für die Gastronomen bringen und dafür sorgen, dass die Allergenkennzeichnung auch in der Praxis gut anwendbar ist, so Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner. Wir haben uns genauer angesehen, was die Novelle für die österreichische Gastronomie bringt.

Vor allem in Österreich wurde bei der verpflichtenden Allergenkennzeichnung, die am 13.12.2014 im Zuge der LMIV europaweit erlassen wurde, genau hingeschaut. So genau, dass gemunkelt wurde, man sei hierzulande weit über das Ziel hinausgeschossen. Dass von einer unnötigen Schikane der Gastronomen die Rede war und die Proteste gegen die Verordnung niemals richtig verstummten. Und somit die Vorteile der Regelung, wie Transparenz und gesundheitlichen Schutz der Konsumenten, im vorhandenen Ärger über den Mehraufwand untergingen.

Nun soll damit Schluss sein. Am 01. Oktober 2017 trat eine Novelle in Kraft, die Erleichterungen für die Gastronomie bringen soll, ohne aber den Konsumenten zu schaden.
„Wir möchten mit den Änderungen Bürokratie für die österreichischen Gastronomen reduzieren und sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Allergiker werden durch die Änderungen weiterhin gut informiert.“ (zit.: Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner, derstandard.at vom 14. 08. 2017)

Ob das gelungen ist? Wir haben die Neuerungen genauer unter die Lupe genommen:

Was ist neu bei der verpflichtenden Allergenkennzeichnung in Österreich?

Bei mündlicher Information

  • Keine verpflichtenden Schulungen für qualifiziertes Personal (wie Berufsschul- und Tourismusschulabsolventen).
    Keine verpflichtende Wiederholung der Mitarbeiterschulung
     nach drei Jahren.

Bei schriftlicher Information:

  • Die Information zu den Allergenen kann in einer eigenen Allergikerkarte erfolgen.
  • Tages- oder Menükarten brauchen keine Allergenkennzeichnung mehr, die mündliche Information genügt.

Voraussetzung ist, dass die Allergeninformation immer auf den aktuellen Stand bleibt.

Bringt Ihnen die Novelle wirklich Erleichterungen?

Nach außen hin ist das alles schön und gut. „Lieb gemeint“ werden Sie vielleicht denken. Denn Sie wissen es selbst am besten: Viel Arbeit wurde Ihnen mit diesen Neuerungen nicht abgenommen, die große Erleichterung bleibt aus. 

Denn der größte Arbeits- und Zeitaufwand für Sie ist es, an die für Allergiker relevanten Informationen zu gelangen. Wenn Sie dafür jede einzelne Zutat Ihrer Gerichte auf etwaige Allergene überprüfen müssen; und wenn Sie über alle Ihre Rezepte samt Inhaltsstoffe eine schriftliche Dokumentation zu führen haben. Übrigens eine Arbeit, die mehrmals passieren muss. Denn nur, wenn Sie die Inhaltsstoffe laufend prüfen, können Sie garantieren, dass Ihre Allergeninformation stets aktuell bleibt.

Diese Spurensuche und Dokumentation ist immer nötig. Ob Sie nun mündlich oder schriftlich informieren, ob Sie Ihre Mitarbeiter schulen müssen oder nicht. Ob Sie die Allergene in allen Ihren Speisekarten, oder nur in einer separaten Allergikerkarte drucken. Denn die Information und schriftliche Dokumentation müssen Sie bei einer behördlichen Überprüfung immer vorlegen. Am Hauptanteil der Arbeit ändert sich nichts.

Novelle bringt keine großen Erleichterungen für die Gastronomie

Was ist also die konkrete Zeitersparnis der Novelle für Sie? Die Stunden, die Ihre Mitarbeiter in der Schulung verbringen. In Anbetracht der Arbeit die bleibt, eine Lappalie. 

Wir hoffen natürlich, wir haben Sie jetzt nicht entmutigt. Oder wütend gemacht, weil erst recht der Bärenanteil der Arbeit an Ihnen hängen bleibt. Falls doch, können wir Sie aber trösten: Unsere, 650.000 starke Zutatendatenbank, übernimmt die Arbeit gerne für Sie.

Denn eins steht fest: Bleibt es bei einer Kennzeichnung der 14 Hauptallergene – was in Sachen Transparenz und Service am Gast grundsätzlich begrüßenswert wäre – wird Ihnen diese Arbeit keine Novelle abnehmen. Ein Datenbanksystem allerdings schon. Hoffen Sie also lieber nicht auf neue (Wahl-)Zuckerl der Politik, sondern sparen Sie Zeit und Nerven und delegieren Sie diesen Bürokratieaufwand an uns. Alles was Sie tun müssen: Ihre Rezepte und Zutaten in Ihrem FoodNotify Benutzerkonto anlegen. Danach erhalten Sie automatisch die benötigten Informationen zu Hauptallergenen und werden stets über etwaige Änderungen der Inhaltsstoffe in Ihren Rezepten informiert.

Spätestens dann lässt Sie in Zukunft jede Novelle kalt.